Bühne

Lindenhof – Schaffen ist Sein

Das Melchinger Lindenhof-Theater hat seine Handwerker-Saga „Vom Glück der Tätigen“ in der Mössinger Pausa wiederaufgenommen

MÖSSINGEN. Einerseits kehren die Lindenhöfler zurück zu ihrem Wurzeln mit dem Stück „Vom Glück der Tätigen„: in die regtonale schwäbische Lebenswelt, mit einem gewissen linken Anspruch. Andererseits sprengen sie die Grenzen traditionellen Theaters noch weiter auf als mit den legendären Theaterspaziergängen: Das von Franz Xaver Ott geschriebene Handwerken-Stück hat gar keinen durchgehend festen Text mehr, sondern ist in weiten Teilen geplauderte Unterhaltung – mit Personen, die keine Schauspieler mehr sind, sondern reale Menschen, die von ihrem wirklichen Leben und seinen Geschichten erzählen. Die phänomenale Tiefe der Bühne in der Bogenhalle der Mössinger Pausa seinerzeit hat Regisseur Johannes Schleker für großartige Bilder benutzt. Ganze Scharen von Laienspielern bevölkern und beleben sie neben den paar Profis. Am gestrigen Samstag begann die nachsommerliche Fortsetzung des bemerkenswerten Events.

Auch hinten wird noch schwer gewerkelt: Vorn treffen sich die Hauptakteure, um gemeinsam ein letztes Werkstück zu fertigen. Fotos: Martin Bernklau

Da hat man noch einmal die Gründergeneration ans Werk gelassen. Die zeitgeistigen woken Themen von Gender und Transgender bis zum Klima und den Identitäten sind bei den jüngeren Theatermachern vom Melchinger Lindenhof in guten Händen. Beim „Glück der Tätigen“ spielen sie keine Rolle.

(später mehr)

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